Wieso missgönnt man Arbeitslosen staatliche Unterstützung?
Geschrieben am 27. Januar 2012 – 00:13 | von staatlicheunterstuetzung
Frage von Politically Incorrect: Wieso missgönnt man Arbeitslosen staatliche Unterstützung?
Wer arbeitet, zahlt in eine Versicherung, damit, wenn er arbeitslos wird, dann das Geld wieder rausbekommt. Wenn er nun aber die Versicherung in Anspruch nimmt, so gönnt die Gesellschaft ihm diese Unterstützung nicht, sondern wirft ihm vor, er nütze das System aus und mache sich ein schönes Leben, während die arbeitende Bevölkerung für seinen Unterhalt aufkommen müsse.
Wenn jemand einen Autounfall hat, dann sagt ja auch niemand, dass diesem von der Versicherung nichts bezahlt werden solle. Oder wenn jemandes Haus abbrennt, dann zürnen andere Leute, die ebenfalls in die Hausratsversicherung eingezahlt haben, ja auch nicht, dass diesem die Zahlung verweigert werden solle.
Wieso wird gerade bei der Arbeitslosenversicherung aber so ein Hehl daraus gemacht?
Beste Antwort:
Answer by blauclever
Viele haben auf Grund einschlägiger Meldungen/Berichte in der Tageszeitung mit bundesweit höchster Auflage den Eindruck, als ob da gelegentlich auch Schindluder getrieben würde.
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Tags: Arbeitslosen, missgönnt, Staatliche, Unterstützung, Wieso

13 Kommentare zu “Wieso missgönnt man Arbeitslosen staatliche Unterstützung?”
Von Jenny zu 27.01.2012 | Antworten
Das Problem sind denke ich mal die Löhne in Deutschland.
Viele Leute sind frustiert, dass sie am Ende des Monats nach einer 40-Stunden Woche genauso viel verdient haben, wie der Hartz-4 EMpfänger fürs Nichtstun bekommt. Dabei sehen viele nicht, dass das Problem bei unseren niedrigen Löhnen liegt und nicht am Arbeitslosengeldsatz.
Das Zweite Problem ist die Pauschalisierung.
Menschen stecken andere Menschen in Schubladen, um die Welt zu ordnen.
Hier in Deutschland wird auch überall das böse Bild des Hartz4 Empfängers verbreitet: faul, säuft, raucht, hängt den ganzen Tag vorm PC.
Also alles das, wie man nicht sein sollte.
Hat man aber positive Erfahrungen mit solchen Menschen gemacht, verschwinden diese Bilder aus dem Kopf, weil sich das Vorurteil nicht bestätigt hat.
Das Problem liegt also eigentlich auch an unserer Denkweise und an unserem Blickwinkel
Von Sam W zu 27.01.2012 | Antworten
Du hast einen Denkfehler in Deiner These – und der beginnt bei der Trennung zwischen Arbeitslosengeld und ehem. Arbeitslosenhilfe heute H4. Das Arbeitslosengeld gönnt man jedem Arbeitslosen – wie Du schon beschrieben hast, hat derjenige sich das ganze auch in “fetten” Zeiten erarbeitet. Was aber oftmals und vielerorts auf Unverständnis stösst, ist die Tatsache, dass nach dem Bezug von ALG 1 der Bezug von ALG 2 / H4 anschließt und DAFÜR hat niemand von uns einbezahlt – dafür bezahlen wir Arbeitenden.
@Gewitterhexe: meine Liebe – wer lesen kann, hat viele Vorteile im Leben… Ich habe keine H4-Empfänger angegriffen oder missgönne ihnen ihren Bezug. Ich versuche lediglich die Frage zu beantworten. H4-Empfänger kann man schneller werden, als manch einer sich träumen lässt…
Von doesn'tmatter zu 27.01.2012 | Antworten
Naja ich denke, dass nicht generell allen Arbeitslosen die staatliche Unterstützungen missgönnt wird, aber es gibt nun mal Leute, die den Staat und damit alle arbeitenden Bürger ziemlich ausnutzen, deswegen sehen das wahrscheinlich viele manchmal kritisch.
Von Garuda zu 27.01.2012 | Antworten
Wenn jemand in die Arbeitslosigkeit fällt oder erst recht wenn er dort hin getrieben wird, steht im sämtliche Unterstützung zu, wofür er zuvor auch zur Kasse gebeten worden ist. Basta!
Von Lisa P zu 27.01.2012 | Antworten
Sam W. war schneller als ich! Das sind unterschiedliche Töpfchen aus denen Arbeitslosengeld 1 (selbstverdient) und Hartz4 (allgemeinheit) gezahlt werden!
Von Sunny zu 27.01.2012 | Antworten
Wie die Realität oft ausschaut wissen viele Menschen nicht oder wollen es auch nicht wissen. Sie bilden sich ihre Meinung aus der “Bild” oder dem Fernsehn, denn die meisten TV-Beiträge handeln von solchen Familien oder von Menschen, die keine Lust auf Arbeit haben. Das es vielleicht doch nicht am “wollen” sondern eher am “können” hapert wollen sie nicht sehn, und so kommt es schnell zu: “der ist faul”, “der soll mal den Arsch hochbekommen” oder “einfach umziehen”. Aber so einfach ist “einfach” dann doch nicht.
Von Der Pate zu 27.01.2012 | Antworten
Wieso sprichst du von staatlicher Unterstützung, wenn du dich auf Arbeitnehmer als Versicherungsnehmer im Leistungsbezug beziehst?
Worauf stützt sich deine Meinung, das diese, unsere Gesellschaft ihnen das missgönnt?
Ich denke, wir sind immer stolz auf unsere soziale Komponente in unserem Staatsgefüge gewesen.
Und wir tun gut daran das Gefüge zu halten und auszubauen.
Das wir nun mal in der schon seit langem erkennbaren Situation stehen, die Finanzierung zu überdenken, neue Wege zur Sicherung der sozialen Komponente zu begehen, wird immer etwas Unruhe mit sich bringen.Natürlich wird man nicht umhinkommen auch soziale Besitzstände neu zu definieren,doch niemand spricht von Abschaffen.
Deutschland ist reich genug diese gerechten Ansprüche zu bedienen.
Wie gesagt Deutschland und nicht der Arbeitnehmer mit seinem Lohn,Verdienst oder Steuer.
Wenn er es will ,kann er ja noch zusätzlich spenden.
1% auf die MwST und das Thema hat sich erledigt.
1% mehr und wir hätten Kindertagesstätten und “Vollbeschäftigung”.
Man stelle sich nur mal vor, über Hartz 4, grundsätzlich oder über die Höhe jetzt hier und heute eine Volksabstimmung an zu fordern?
Während das Ausland über die Probleme in D lächelt, wird der Knast dort eine Alternative zum Alltag (weil essen und Dach überm Kopf)
Gruß vom Paten
Von reGnau zu 27.01.2012 | Antworten
@ Sunny: EBEN- einfach nur mal umziehen hat mir in Sachen Jobsuche leider absolut genau den gleichen Arbeitsmarkt serviert, wie vielen anderen Leuten auch.
Ich würde nämlich wirklich gerne mein eigenes Geld verdienen, statt von meinem Mann abhängig zu sein, aber dazu brauche ich eben auch einen entsprechend bezahlten Job, den es leider für mich nicht zu geben scheint.
Ich bin kein Hartz-IVler und habe freiwillig darauf verzichtet, irgendwelches Arbeitslosengeld zu beziehen, weil ich einfach gesagt habe, es wäre mir wesentlich wichtiger, endlich nen ordentlich bezahlten Job (keinen 400-€-Job!) zu bekommen.
Gesucht habe ich im vergangenen Jahr genug, gefunden gerade mal vier oder fünf Stellen, wo ich mich wenigstens mal vorstellen gehen konnte und genommen hätte mich eine EINZIGE STELLE, wenn es für mich den entsprechenden Schulplatz gegeben hätte, der aufgrund von Sparmassnahmen hier in Rheinland-Pfalz vermutlich leider auch dem Lehrermangel zum Opfer gefallen ist.
Ich hasse es wirklich sagen zu müssen, aber ich finde, dass die BRD vermutlich auf einen echten Kollaps drauf zusteuert… und ich möchte nicht diejenige sein, die einem solchen Kollaps sowohl sozialer, als auch politischer Natur zum Opfer fällt. Dennoch hab ich bisher leider keinen Ausweg aus dieser Tretmühle heraus finden können…
Das Arbeiten gehen muss sich wirklich wieder für jeden einzelnen der Arbeiten gehen will lohnen.
Mit 400-€-Jobs werden lediglich die die Firmen reich und wenn man Pech hat, bekommt man später noch nicht einmal was für die Rente raus… armes Deutschland, wo soll das bloss hinführen…
Von Kojote Zahnarzt Vertrauender zu 27.01.2012 | Antworten
Mann könnt doch nur den Faulenzern keine Unterstützung. Je nach politischer Überzeugung, sowie persönlichen Lebensumständen, sind das zwischen
0,5 % – 50 %.
Von whyskyhigh zu 27.01.2012 | Antworten
das macht niemand
kein mensch schafft sozialleistungen ab
Von puma27727 zu 27.01.2012 | Antworten
Wieso? – Wer sind denn die Meinungsmacher in unserem Lande! Das sind die Medien! Und die betreiben seit der Einführung von Hartz IV eine regelrechte Propaganda gegen die Arbeitslosen.
Dass diese Strategie Erfolg hat, ist ja nun klar und deutlich zu sehen!
Hier werden die Arbeitslosen bekämpft und nicht etwa die Arbeitslosigkeit!
Von Gewitterhexe zu 27.01.2012 | Antworten
@Sam W und Lisa P: Und das macht ihr den Arbeitslosen zum Vorwurf? Können die etwas für diese Regelung? Die haben sich unsere Politiker ausgedacht! Zudem wird das ALG II, wie ihr schon erwähnt, aus Steuergeldern bezahlt, und diese erbringen nicht nur diejenigen, die glückliche Inhaber einer Arbeitsstelle sind, sondern auch die Arbeitslosen selbst! Außer der Lohnsteuer gibt es noch jede Menge anderer, allen voran die MWSt., gefolgt von vielen anderen bis hin zu den Bagatellsteuern.
@Sam W: Stimmt, wer lesen kann ist klar im Vorteil. Zitat “dafür bezahlen wir Arbeitenden”. Genau das bestreite ich. Dafür zahlen ALLE.
Von countrygirl zu 27.01.2012 | Antworten
Da muss ich dir auch Recht geben. Hatte das selbst auch schon erlebt, man wird angesehen, als wenn man der arbeitenden Bevölkerung praktisch die Geldbörse aus der Tasche klaut.
Schrecklich.
Doch dabei kann doch jeden das Schicksal der Arbeitslosigkeit treffen, einfach so von heut auf morgen.
Viele wiegen sich in gesicherter Lage, wenn sie einen gut bezahlten Job haben, kaufen 1 – 2 Autos auf Kredit, bauen ein Haus auf Kredit und und und, doch dann päääng – a r b e i t s l o s – da stehen die Banken sofort auf der Matte und wollen die Kredite zurückgezahlt haben.
Aber abgesehen davon, man hat meistens Familie für die zu sorgen ist. Da ist man doch dann dankbar, wenn man für die Lebenserhaltung Stütze vom Staat erhält?
Es kann keiner nachvollziehen, wie es ist, unfreiwillig arbeitslos zu werden und zu sein, wenn man es selbst noch nicht war.
Noch dazu schüren die Medien den Hass zwischen Arbeitenden und Arbeitslosen.